{"id":169,"date":"2017-02-10T16:38:40","date_gmt":"2017-02-10T16:38:40","guid":{"rendered":"http:\/\/ac-einigkeit-elmshorn.de\/?p=169"},"modified":"2018-09-25T19:02:16","modified_gmt":"2018-09-25T19:02:16","slug":"zum-thema-integration-im-ac-einigkeit-elmshorn","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/ac-einigkeit-elmshorn.de\/?p=169","title":{"rendered":"Zum Thema &#8222;Integration&#8220; im AC Einigkeit Elmshorn!"},"content":{"rendered":"<div>\n<figure id=\"attachment_172\" aria-describedby=\"caption-attachment-172\" style=\"width: 300px\" class=\"wp-caption alignnone\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-172\" src=\"http:\/\/ac-einigkeit-elmshorn.de\/wp-content\/uploads\/2017\/02\/Foto-vom-Artikel-07.01.2017-300x169.png\" alt=\"Foto zum HA\/PZ-Artikel vom 07.01.2017\" width=\"300\" height=\"169\" srcset=\"http:\/\/ac-einigkeit-elmshorn.de\/wp-content\/uploads\/2017\/02\/Foto-vom-Artikel-07.01.2017-300x169.png 300w, http:\/\/ac-einigkeit-elmshorn.de\/wp-content\/uploads\/2017\/02\/Foto-vom-Artikel-07.01.2017-768x433.png 768w, http:\/\/ac-einigkeit-elmshorn.de\/wp-content\/uploads\/2017\/02\/Foto-vom-Artikel-07.01.2017.png 815w\" sizes=\"(max-width: 300px) 85vw, 300px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-172\" class=\"wp-caption-text\">Foto zum HA\/PZ-Artikel vom 07.01.2017<\/figcaption><\/figure>\n<p>Dies ist ein Artikel vom Hamburger Abendblatt\/Pinneberger Zeitung vom 07.01.2017.\u00a0<\/p>\n<\/div>\n<div>\u00a0<\/div>\n<div>\u00a0<\/div>\n<div dir=\"ltr\">\n<div>\n<div class=\"gmail-article__header\">\n<div class=\"gmail-article__header__inner\">\n<div class=\"gmail-article__header__heading\">\n<h2 class=\"gmail-article__header__headline\">&#8222;Wir leben bei uns Integration seit \u00fcber 50 Jahren&#8220;<\/h2>\n<\/div>\n<\/div>\n<address class=\"gmail-article__header__author\">Von\u00a0Norbert Scheid<\/address>\n<figure class=\"gmail-tests gmail-hero-img\">\n<div>\u00a0<\/div>\n<p><span class=\"gmail-hero-img__img\"><span style=\"font-family: georgia, serif;font-size: medium\"><img decoding=\"async\" class=\"aligncenter\" src=\"ii_15a19185a8b2d0bf\" alt=\"Inline-Bild 1\" \/><\/span><br \/>\n<\/span><figcaption class=\"gmail-hero-img__caption\">\n<p class=\"gmail-hero-img__credits gmail-hero-img__credits--mobile-hidden\">Foto:\u00a0Ulrich St\u00fcckler<\/p>\n<div class=\"gmail-hero-img__text\">\n<p>Hartmut Rex (73, schwarzes ACE-Sweatshirt) ist seit 1974 Vorsitzender des Elmshorner Athleten Clubs und treibt dort Integration als Selbstverst\u00e4ndlichkeit voran. Beim Trainingsabend im Golden Eagle Box Gym von ACE-Sportwart Zekeriya Y\u00fccel<\/p>\n<\/div>\n<\/figcaption><\/figure>\n<div id=\"gmail-socialbar_fwid0\" class=\"gmail-socialbar\">\n<div class=\"gmail-socialbar__channels\">\n<div class=\"gmail-share-button gmail-facebook gmail-sharrre\" title=\"Facebook\">\u00a0<\/div>\n<div class=\"gmail-share-button gmail-twitter gmail-sharrre\" title=\"Twitter\">Beim AC Einigkeit gibt es keine Fl\u00fcchtlingsdebatte. Der Vorsitzende Hartmut Rex spricht \u00fcber gelungenes Miteinander der Kulturen<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<div class=\"gmail-article__body\">\n<div class=\"gmail-ad gmail-ad--stroer\">\u00a0<\/div>\n<p class=\"gmail-p_1\"><span class=\"gmail-article__location\">Elmshorn.<\/span>\u00a0 Seit 66 Jahren geh\u00f6ren sie zusammen, der 124 Jahre alte Athleten Club Einigkeit Elmshorn und der 73-j\u00e4hrige Hartmut Rex. Es war 1951, als seine Lehrerin Frau Wittke Hartmut Rex und seinen Freund Siegfried Brehm, zwei kleine Raufbolde, dem Boxverein anvertraute. Beide sind noch immer Mitglied. Hartmut Rex, pensionierter Mitarbeiter der AOK in Pinneberg, steht seit 1974 als Vorsitzender an der Spitze.<\/p>\n<p class=\"gmail-p_2\">Er ist somit auch f\u00fcr die Wandlung und \u00d6ffnung des Traditionsvereins verantwortlich, der schon den ersten Gastarbeitern eine neue sportliche Heimat bot. Und er hat vor allem seit den 70er-Jahren Zuwanderern und Fl\u00fcchtlingen entscheidend geholfen, damit sie in Deutschland, in Schleswig Holstein und in Elmshorn ankommen konnten.<\/p>\n<p class=\"gmail-p_3\">Jetzt, in Zeiten, in denen Integration das beherrschende Thema in Deutschland geworden ist, kann Hartmut Rex deshalb allen zurufen: &#8222;Wir bei Einigkeit reden und diskutieren nicht \u00fcber Integration. Wir leben sie. Und das seit mehr als 50 Jahren&#8220;. Wie und mit welchen Erfolgen das gelingt, dar\u00fcber sprach das Hamburger Abendblatt mit dem Vereinschef und Vorbild f\u00fcr erfolgreiche Integration.<\/p>\n<p class=\"gmail-p_4\"><em>Herr Rex, die Frage, die unser Land zurzeit am st\u00e4rksten aufw\u00fchlt hei\u00dft: ,K\u00f6nnen wir die vielen Fl\u00fcchtlinge \u00fcberhaupt integrieren?&#8216; Was das Willkommen und das Miteinander von jungen Sportler aus unterschiedlichsten L\u00e4ndern betrifft, sind doch bei Einigkeit die Fachleute. Was ist Integration f\u00fcr Sie?<\/em><\/p>\n<p class=\"gmail-p_5\"><span class=\"gmail-name\"><strong>Hartmut Rex:<\/strong><\/span>\u00a0Im Augenblick vor allem viel Gerede. F\u00fcr mich und f\u00fcr uns hier ist das einfach ein vern\u00fcnftiges, ein menschliches Miteinander. Wir treiben zusammen Sport und wir freuen uns zusammen, wenn wir besser werden und Erfolge haben.<\/p>\n<p class=\"gmail-p_6\"><em>Aber wie sieht das in der Praxis aus?<\/em><\/p>\n<p class=\"gmail-p_7\">Schauen Sie, dr\u00fcben am Sandsack: Das ist Hatchatur, inzwischen 22 Jahre alt. Der war elf, kam aus Armenien und war erst drei Tage in Elmshorn, als er schon beim Training auftauchte.<br \/>\nDie ersten Worte, die der in Deutsch gelernt hat, waren Aufw\u00e4rtshaken, Kopfhaken, Bauchtreffer. Deutsch spricht der Junge l\u00e4ngst perfekt. Er hat eine Ausbildung als Sport- und Fitness-Kaufmann gemacht, hat 85 K\u00e4mpfe f\u00fcr uns bestritten, hilft inzwischen auch als Trainer und vor allem, er f\u00fchlt sich als Elmshorner.<\/p>\n<p class=\"gmail-p_8\"><em>K\u00f6nnen Sie sich noch an den ersten Ausl\u00e4nder im Verein erinnern?<\/em><\/p>\n<p class=\"gmail-p_9\">Nat\u00fcrlich, das war Dimitros Tsusis, ein Grieche. Das war 1960, als die ersten Gastarbeiter nach Deutschland kamen. Massiven Zulauf von jungen T\u00fcrken haben wir Anfang der 70er Jahre bekommen. Vor allem Aydin Y\u00fccel brachte nicht nur seinen kleinen Sohn Zekeriya, sondern viele Jungen zu uns. Er war der Imam, der Geistliche der Muslime, in Elmshorn.<\/p>\n<p class=\"gmail-p_10\"><em>Und Zekeriya Y\u00fccel, der Sohn, war der erste T\u00fcrke, der einen Landesmeistertitel f\u00fcr Einigkeit erk\u00e4mpfte?<\/em><\/p>\n<p class=\"gmail-p_11\">Ja. Und ich kann mich auch noch gut an seinen ersten Kampf erinnern. Der Kleine war acht Jahre alt, er wog 24 Kilo. Als er seinem Gegner einen auf die Nase haute, fing der an zu weinen. Zekeriya ist zu ihm gelaufen, hat ihn in den Arm genommen und mit ihm geweint. Die Zuschauer haben gelacht und geklatscht, beide bekamen dann eine Tafel Schokolade.<\/p>\n<p class=\"gmail-p_12\"><em>Ist Zekeriya Y\u00fccel nicht auch das beste Beispiel f\u00fcr gelebte Integration bei Einigkeit?<\/em><\/p>\n<p class=\"gmail-p_13\">Nat\u00fcrlich. Er war viele Jahre unser Cheftrainer. Aktuell ist er Sportwart, noch Trainer dazu. Und seit er sein eigenes Gym in Elmshorn betreibt, k\u00f6nnen unsere K\u00e4mpfer zus\u00e4tzlich dort trainieren. \u00dcbrigens, in seinem Gym und auch bei uns in der Olympiahalle wird nur Deutsch gesprochen.<\/p>\n<p class=\"gmail-p_14\"><em>Inzwischen haben bis zu 70 Prozent ihrer aktuellen Boxer einen Migrations-Hintergrund. Hat das den Verein ver\u00e4ndert?<\/em><\/p>\n<p class=\"gmail-p_15\">Nein, im Grunde nicht. Zum Boxen kommen Menschen, die Hunger nach Anerkennung haben. Und Erfolg im Ring bringt Anerkennung. Das hat in den 50er-Jahren verst\u00e4rkt f\u00fcr uns Deutsche gegolten, und das gilt jetzt f\u00fcr viele Fl\u00fcchtlinge. Und wie damals findest du auch heute im Sport und im Ring Freunde f\u00fcrs Leben.<\/p>\n<p class=\"gmail-p_16\"><em>Aber die Deutschen, so h\u00f6rt man h\u00e4ufig, seien l\u00e4ngst zu verweichlicht f\u00fcr den Kampf mit den F\u00e4usten.<\/em><\/p>\n<p class=\"gmail-p_17\">Unser erfolgreichster K\u00e4mpfer des letzten Jahres ist Max Degenhardt. Der boxt f\u00fcr Hamburg in der Bundesliga.<\/p>\n<p class=\"gmail-p_18\"><em>Und sein Gro\u00dfvater war der Liedermacher Franz Josef Degenhardt. Woher kommt denn bei so einem jungen Mann der Hunger nach Erfolg?<\/em><\/p>\n<p class=\"gmail-p_19\">Das m\u00fcssen sie ihn selber fragen. Max hat einen unb\u00e4ndigen Siegeswillen, das wei\u00df ich.<\/p>\n<p class=\"gmail-p_20\"><em>Sie trainieren noch Kinder und Jugendliche. Wenn die zuschlagen, bekommen Sie dann nicht oft Probleme mit den M\u00fcttern?<\/em><\/p>\n<p class=\"gmail-p_21\">Das kommt vor. Mir ist es am liebsten, wenn die M\u00fctter nicht in der Halle sind. Denn ihre Kinder wollen k\u00e4mpfen, auch wenn es Mal eine blutige Nase gibt.<\/p>\n<p class=\"gmail-p_22\"><em>Ist es nicht auch Tatsache, dass in den Box-Siegerlisten immer seltener deutsche Namen auftauchen?<\/em><\/p>\n<p class=\"gmail-p_23\">Aber das ist doch l\u00e4ngst in vielen Sportarten so. Sie brauchen sich doch nur die Nachwuchs-Auswahlmannschaften des DFB anzuschauen.<\/p>\n<p class=\"gmail-p_24\"><em>Bei aller Offenheit und Freundschaft, gibt es nicht auch kulturelle und religi\u00f6se Schwierigkeiten bei der Integration? Was ist, wenn eine Boxmeisterschaft in den Ramadan, den Fastenmonat der Muslime, f\u00e4llt?<\/em><\/p>\n<p class=\"gmail-p_25\">Dann entscheidet ganz alleine der K\u00e4mpfer, ob er in den Ring will oder nicht. Manche unserer Muslime trainieren im Ramadan nicht. Das respektieren wir selbstverst\u00e4ndlich. Der Respekt vor dem anderen Menschen, der ist \u00fcberhaupt das Entscheidende. Ohne Respekt kann es kein vern\u00fcnftiges Miteinander geben&#8230;<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Dies ist ein Artikel vom Hamburger Abendblatt\/Pinneberger Zeitung vom 07.01.2017.\u00a0 \u00a0 \u00a0 &#8222;Wir leben bei uns Integration seit \u00fcber 50 Jahren&#8220; Von\u00a0Norbert Scheid \u00a0 Foto:\u00a0Ulrich St\u00fcckler Hartmut Rex (73, schwarzes ACE-Sweatshirt) ist seit 1974 Vorsitzender des Elmshorner Athleten Clubs und treibt dort Integration als Selbstverst\u00e4ndlichkeit voran. 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