Jubiläumsfeier

Die Vorbereitungen zur Feier sind fast abgeschlossen.
Die Vorbereitungen zur Feier sind fast abgeschlossen.
Die Feier-Gesellschaft darf kommen.
Die Feier-Gesellschaft darf kommen.
Ein Blick in den Festsaal.
Ein Blick in den Festsaal.
So lächelt Moderator Karsten Tiedemann.
So lächelt Moderator Karsten Tiedemann.
Sönke-Peter Hansen, KSV, beim Grußwort.
Sönke-Peter Hansen, KSV, beim Grußwort.
Thorsten Stockfleth, Sparkasse Elmshorn, überreicht dem ACE einen Scheck.
Thorsten Stockfleth, Sparkasse Elmshorn, überreicht dem ACE einen Scheck.
Feierteilnehmer lauschen dem Vortrag.
Feierteilnehmer lauschen dem Vortrag.
Die Jubiläumstorte von Michael Sass aus Barmstedt.
Die Jubiläumstorte von Michael Sass aus Barmstedt.
Hartmut Rex schneidet die Jubiläumstorte an.
Hartmut Rex schneidet die Jubiläumstorte an.
Karsten Tiedemann, KSV, beim Vortrag.
Karsten Tiedemann, KSV, beim Vortrag.
Jens Gatzenmeier, ACE-Chronist
Jens Gatzenmeier, ACE-Chronist
Hartmut Rex, 1. Vorsitzender AC Einigkeit Elmshorn
Hartmut Rex, 1. Vorsitzender AC Einigkeit Elmshorn
Moderator K. Tiedemann und Olaf Seiler, SKE_Manager
Moderator K. Tiedemann und Olaf Seiler, SKE-Manager

Athleten-Club Einigkeit Elmshorn von 1893 e.V.

Am 27.10.2018 feierte der Verein mit den Mitgliedern und geladenen Gästen sein 125jähriges Vereinsjubiläum in der Kundenhalle der Sparkasse Elmshorn.

Moderator Karsten Tiedemann vom KSV Pinneberg führte durch die Feier.

Nach der Begrüßung durch den 1. Vorsitzenden Hartmut Rex folgten interessante Grußworte durch den SHABV-Präsidenten Peter Johannssen, KSV-Vorsitzenden Sönke-Peter Hansen, Bürgervorsteher Andreas Hahn und Thorsten Stockfleth, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Elmshorn.

Karsten Tiedemann hielt danach einen Vortrag über die Geschichte des AC Einigkeit Elmshorn von seiner Gründung am 26.01.1893 bis etwa 1960.

Während der anschließenden Kuchen-/Kaffeepause präsentierte Martin Wittek, der Hauptorganisator dieser Feier, eine DIA-Show mit Fotos der letzten Jahrzehnte.

Den zweiten Teil der Vereinsgeschichte übernahm Hartmut Rex, wobei er einige Schwerpunkte setzte:

Trainings- und Veranstaltungsstätten, Meisterschaftserfolge, Mitgliederentwicklung und –struktur, diverse Vereinsauszeichnungen im Rahmen „Sterne des Sports“.

Nachdem Rex seine vorgegebene Zeit längst überschritten hatte, leitete Herr Tiedemann dann über zum gemütlichen Teil der Feier. Ein Büfett unterstützte beim anschließenden Gedanken- und Meinungsaustausch.

Hartmut Rex

Fotos: Martin Wittek

125 Jahre AC Einigkeit Elmshorn

Vorstand und Sportler des AC Einigkeit Elmshorn mit Vereinsbanner um etwa 1900
Vorstand und Sportler des AC Einigkeit Elmshorn mit Vereinsbanner um etwa 1900

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Aufnahmebedingung „100 Pfund einarmig drücken“ (Foto aus ACE-Archiv von ca. 1920)

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Am 26. Januar 1893, also vor 125 Jahren, gründeten Gleichgesinnte um Hinrich Maack (15.01.1870 – 29.07.1943) den Arbeitersportverein Athleten-Klub „Einigkeit“ Elmshorn. Maack wurde der erste 1. Vorsitzende des Vereins.

Kraftsport (Gewichtheben, Ringen, Tauziehen) war das verbindende Element der ersten Jahrzehnte neben einer beeindruckenden Mitgliederpflege. 1899 lud der Verein z. B. zum VI. Stiftungsfest mit Bannerweihe, athletischen Aufführungen und Verlosung ein.

In späteren Jahren prägten Großkampftage der Ringer mit anschließender Festlichkeit das Vereinsleben. Von großer Wichtigkeit für den Verein waren offensichtlich regelmäßige Festbälle und Stiftungsfeste. Im Zuge dieser Entwicklung etablierte sich im Verein auch ein Spielmannszug.

Wohl erst wenige Jahre vor dem politischen Vereinsverbot im Jahre 1933 hatte der Boxsport seine Heimat im Verein gefunden. Ringen stand allerdings im Vordergrund.

Nach dem 2. Weltkrieg (1946) gründeten frühere Ringer (u.a. Kurt Brauer, Max Saggau, Arthur Schuldt) den Verein neu. Boxen stand nunmehr im Mittelpunkt und erlebte ein spannendes Jahrzehnt. Das Ringen konnte an die Vergangenheit nicht anknüpfen. Gegen 1956 stellte der Verein diese Aktivität ein.

Besondere Geselligkeiten, hier Maskeraden, fanden Ende der 1950´iger Jahre noch im „Club- und Ballhaus Bruhns“ in der Gärtnerstraße statt, später nie wieder.

Der Vereinsbanner konnte in die Nachkriegszeit gerettet werden, allerdings verlor sich die Spur in den 1960`iger Jahren. Vermutlich ist dieses einzigartige Erinnerungsstück Opfer eines Dachstuhlbrandes im alten Jugendhaus (Mühlendamm, Wohnsitz des damaligen Vereinsvorsitzenden) geworden.

Seit den 1960`iger Jahren wurde es immer schwieriger, bei Vergleichskämpfen reine Männerstaffeln aufzubieten. Die Entwicklung führte zu gemischten Veranstaltungen, wobei der Anteil jugendlicher Boxer immer größer wurde.

Insgesamt nahm der Verein eine Entwicklung, die von nur wettkämpfenden Boxern zu einer gesunden Mischung aus Wettkampfboxern, Fitnessboxern, Fitnesssportlern und Freunden des AC Einigkeit Elmshorn, den passiven Mitgliedern, führte.

So ist es zu verstehen, dass aus 21 Mitgliedern per 01.01.1970 nun zum 01.01.2018 487 Mitglieder gezählt wurden. Zum Mitgliederaufschwung mag auch die nicht mehr geforderte Bedingung aus der Zeit vor 1933 „100 Pfund einarmig drücken“ geführt haben. Der Schreiber dieser Zeilen ist sicher, dass er diese Bedingung vor über 60 Jahren bei seinem Eintritt in den Verein nicht geschafft hätte.

Die veränderte Vereinsstruktur verschaffte den Boxern im Verein trotzdem eine zufriedenstellende sportliche Bilanz. Selbst Deutsche Meister gibt es zu verzeichnen!

Eine besonders positive Tatsache war Ende 1978 die Einweihung der Olympia-Halle Elmshorn. Seit dem 09.01.1979 ist diese Halle Trainingsstätte des Vereins und seit dem 26.01. desselben Jahres ein hervorragender Veranstaltungsort.

Am 26.01.1893 nannte sich der Verein Athleten-Klub „Einigkeit“ Elmshorn.

Aufgrund Beschlusses der Mitgliederversammlung vom 18.11.1958 und der Beschlüsse der außerordentlichen Mitgliederversammlung vom 17.03.1959 wurde der Verein am 25. 08.1959 als Athleten-Klub „Einigkeit“ Elmshorn e. V. ins Vereinsregister eingetragen.

Die Mitgliederversammlung vom 27.01.1981 beschloss eine neue Satzung, welche am 15.04.1981 in Vereinsregister eingetragen wurde. Seitdem trägt der Verein den Namen Athleten-Club Einigkeit Elmshorn von 1893 e. V..

Hartmut Rex (1. Vorsitzender)                                                         29.01.2018

 

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P.S.: Die üblicherweise zum Vereinsgeburtstag durchgeführte Boxveranstaltung findet dieses Jahr am 10. Februar in der Olympia-Halle Elmshorn statt.

Zum Thema „Integration“ im AC Einigkeit Elmshorn!

Foto zum HA/PZ-Artikel vom 07.01.2017
Foto zum HA/PZ-Artikel vom 07.01.2017

Dies ist ein Artikel vom Hamburger Abendblatt/Pinneberger Zeitung vom 07.01.2017. 

 
 

„Wir leben bei uns Integration seit über 50 Jahren“

Von Norbert Scheid
 

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Foto: Ulrich Stückler

Hartmut Rex (73, schwarzes ACE-Sweatshirt) ist seit 1974 Vorsitzender des Elmshorner Athleten Clubs und treibt dort Integration als Selbstverständlichkeit voran. Beim Trainingsabend im Golden Eagle Box Gym von ACE-Sportwart Zekeriya Yücel

 

Elmshorn.  Seit 66 Jahren gehören sie zusammen, der 124 Jahre alte Athleten Club Einigkeit Elmshorn und der 73-jährige Hartmut Rex. Es war 1951, als seine Lehrerin Frau Wittke Hartmut Rex und seinen Freund Siegfried Brehm, zwei kleine Raufbolde, dem Boxverein anvertraute. Beide sind noch immer Mitglied. Hartmut Rex, pensionierter Mitarbeiter der AOK in Pinneberg, steht seit 1974 als Vorsitzender an der Spitze.

Er ist somit auch für die Wandlung und Öffnung des Traditionsvereins verantwortlich, der schon den ersten Gastarbeitern eine neue sportliche Heimat bot. Und er hat vor allem seit den 70er-Jahren Zuwanderern und Flüchtlingen entscheidend geholfen, damit sie in Deutschland, in Schleswig Holstein und in Elmshorn ankommen konnten.

Jetzt, in Zeiten, in denen Integration das beherrschende Thema in Deutschland geworden ist, kann Hartmut Rex deshalb allen zurufen: „Wir bei Einigkeit reden und diskutieren nicht über Integration. Wir leben sie. Und das seit mehr als 50 Jahren“. Wie und mit welchen Erfolgen das gelingt, darüber sprach das Hamburger Abendblatt mit dem Vereinschef und Vorbild für erfolgreiche Integration.

Herr Rex, die Frage, die unser Land zurzeit am stärksten aufwühlt heißt: ,Können wir die vielen Flüchtlinge überhaupt integrieren?‘ Was das Willkommen und das Miteinander von jungen Sportler aus unterschiedlichsten Ländern betrifft, sind doch bei Einigkeit die Fachleute. Was ist Integration für Sie?

Hartmut Rex: Im Augenblick vor allem viel Gerede. Für mich und für uns hier ist das einfach ein vernünftiges, ein menschliches Miteinander. Wir treiben zusammen Sport und wir freuen uns zusammen, wenn wir besser werden und Erfolge haben.

Aber wie sieht das in der Praxis aus?

Schauen Sie, drüben am Sandsack: Das ist Hatchatur, inzwischen 22 Jahre alt. Der war elf, kam aus Armenien und war erst drei Tage in Elmshorn, als er schon beim Training auftauchte.
Die ersten Worte, die der in Deutsch gelernt hat, waren Aufwärtshaken, Kopfhaken, Bauchtreffer. Deutsch spricht der Junge längst perfekt. Er hat eine Ausbildung als Sport- und Fitness-Kaufmann gemacht, hat 85 Kämpfe für uns bestritten, hilft inzwischen auch als Trainer und vor allem, er fühlt sich als Elmshorner.

Können Sie sich noch an den ersten Ausländer im Verein erinnern?

Natürlich, das war Dimitros Tsusis, ein Grieche. Das war 1960, als die ersten Gastarbeiter nach Deutschland kamen. Massiven Zulauf von jungen Türken haben wir Anfang der 70er Jahre bekommen. Vor allem Aydin Yücel brachte nicht nur seinen kleinen Sohn Zekeriya, sondern viele Jungen zu uns. Er war der Imam, der Geistliche der Muslime, in Elmshorn.

Und Zekeriya Yücel, der Sohn, war der erste Türke, der einen Landesmeistertitel für Einigkeit erkämpfte?

Ja. Und ich kann mich auch noch gut an seinen ersten Kampf erinnern. Der Kleine war acht Jahre alt, er wog 24 Kilo. Als er seinem Gegner einen auf die Nase haute, fing der an zu weinen. Zekeriya ist zu ihm gelaufen, hat ihn in den Arm genommen und mit ihm geweint. Die Zuschauer haben gelacht und geklatscht, beide bekamen dann eine Tafel Schokolade.

Ist Zekeriya Yücel nicht auch das beste Beispiel für gelebte Integration bei Einigkeit?

Natürlich. Er war viele Jahre unser Cheftrainer. Aktuell ist er Sportwart, noch Trainer dazu. Und seit er sein eigenes Gym in Elmshorn betreibt, können unsere Kämpfer zusätzlich dort trainieren. Übrigens, in seinem Gym und auch bei uns in der Olympiahalle wird nur Deutsch gesprochen.

Inzwischen haben bis zu 70 Prozent ihrer aktuellen Boxer einen Migrations-Hintergrund. Hat das den Verein verändert?

Nein, im Grunde nicht. Zum Boxen kommen Menschen, die Hunger nach Anerkennung haben. Und Erfolg im Ring bringt Anerkennung. Das hat in den 50er-Jahren verstärkt für uns Deutsche gegolten, und das gilt jetzt für viele Flüchtlinge. Und wie damals findest du auch heute im Sport und im Ring Freunde fürs Leben.

Aber die Deutschen, so hört man häufig, seien längst zu verweichlicht für den Kampf mit den Fäusten.

Unser erfolgreichster Kämpfer des letzten Jahres ist Max Degenhardt. Der boxt für Hamburg in der Bundesliga.

Und sein Großvater war der Liedermacher Franz Josef Degenhardt. Woher kommt denn bei so einem jungen Mann der Hunger nach Erfolg?

Das müssen sie ihn selber fragen. Max hat einen unbändigen Siegeswillen, das weiß ich.

Sie trainieren noch Kinder und Jugendliche. Wenn die zuschlagen, bekommen Sie dann nicht oft Probleme mit den Müttern?

Das kommt vor. Mir ist es am liebsten, wenn die Mütter nicht in der Halle sind. Denn ihre Kinder wollen kämpfen, auch wenn es Mal eine blutige Nase gibt.

Ist es nicht auch Tatsache, dass in den Box-Siegerlisten immer seltener deutsche Namen auftauchen?

Aber das ist doch längst in vielen Sportarten so. Sie brauchen sich doch nur die Nachwuchs-Auswahlmannschaften des DFB anzuschauen.

Bei aller Offenheit und Freundschaft, gibt es nicht auch kulturelle und religiöse Schwierigkeiten bei der Integration? Was ist, wenn eine Boxmeisterschaft in den Ramadan, den Fastenmonat der Muslime, fällt?

Dann entscheidet ganz alleine der Kämpfer, ob er in den Ring will oder nicht. Manche unserer Muslime trainieren im Ramadan nicht. Das respektieren wir selbstverständlich. Der Respekt vor dem anderen Menschen, der ist überhaupt das Entscheidende. Ohne Respekt kann es kein vernünftiges Miteinander geben…